Die Coronakrise hat es wahr gemacht: Büropersonal arbeitet seitdem oft von zu Hause aus. Das Internet mit seinen technischen sowie kommunikativen Möglichkeiten hat dafür die Voraussetzungen geschaffen. Den meisten Angestellten gefällt diese neue Arbeitswelt: Doch nur im Homeoffice ohne direkte Kontakte wird es nicht gehen. Wie also könnten alternative Lösungen aussehen?

Büros in Berlin

@ moerschy / Pixabay.com – Bürogebäude in Berlin

Die Zeit ist reif, das Büro neu zu erfinden

Die Idee, dezentral zu arbeiten, ist nicht neu. Bereits in den 1980er-Jahren beschäftigten sich Wissenschaftler mit der Telearbeit. Im Grunde kam sie aber nie aus ihren Denkansätzen heraus. Erst in letzter Zeit sind die Möglichkeiten von Computern und Internet so weit gereift, sich weltweit zeitnah vernetzen zu können.

Dennoch taten sich Chefs schwer, infrage kommende Arbeitsplätze auszulagern. Sie behielten ihr traditionelles Büro und pochten auf feste Arbeitszeiten. Bis die Coronakrise sie eines Tages zum Umdenken zwang. Sie standen vor der Wahl: Entweder den Betrieb einzustellen oder ihr Personal von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Sie machten sich Gedanken, und siehe da – es hat geklappt! Teilweise sogar besser als bisher. Die Mitarbeiter waren motivierter, brachten Beruf und Familie unter einen Hut, hatten keine Anfahrtswege und konnten ihren Tag selbst einteilen. Der Bann war gebrochen und die Zeit reif, das Büro neu zu erfinden.

Was ist ein Hybridbüro?

Das Büro neu zu erfinden bedeutet jedoch nicht, ganz darauf zu verzichten. Schließlich wollen Unternehmer ihren Mitarbeitern hin und wieder persönlich begegnen. Dasselbe trifft auf die Kollegen untereinander zu. Wer gemeinsam arbeitet, braucht ein Zusammen- und Zugehörigkeitsgefühl zur Firma. Also steht die Frage: Wie soll das Büro der Zukunft aussehen? Schnell war in diesem Zusammenhang der Begriff Hybrid-Büro erfunden.

Ursprünglich aus der Biologie stammend, bedeutet das lateinische Wort Hybrid so viel wie Mischling. Und genauso versteht sich der Begriff in einer veränderten Arbeitswelt. Sie ermöglicht Menschen, sowohl zu Hause als auch im Firmenbüro tätig zu sein. Konkret heißt das, ein Unternehmer wird sich beispielsweise Büroflächen in Berlin mieten und Gedanken machen, mit wie vielen Mitarbeitern und zu welchen Zeiten er dort arbeiten will. Dazu sollte er jeden seiner Arbeitsplätze gründlich analysieren. Er muss feststellen, wer kann vollständig und wer nur teilweise im Homeoffice sein.

Außerdem sind klare Regeln vertraglich festzulegen:

  • Wie viele Tage wird zu Hause, wie viele im Büro gearbeitet?
  • Wann finden Meetings vor Ort statt?
  • Wie und in welcher Zeit müssen die Kollegen erreichbar sein?
  • Welche Technik und Software stellt der Betrieb zur Verfügung etc.?

Ein Hybridbüro einrichten – Neues schaffen, Kosten senken

Das herkömmliche Büro zum Hybrid umzufunktionieren, stellt für den Chef keine leichte Aufgabe dar. Zunächst muss er konsequent mit Traditionen brechen. Die Funktion des alten Büros ist verschwunden, jetzt dient es anderen Zwecken. Statt darin von 08:00 bis 16:00 Uhr in voller Besetzung zu schaffen, kann man es eher als Begegnungszentrum betrachten. Es soll den Teamgeist und die Zusammenarbeit fördern sowie ein Ort für neue Ideen sein. Dazu braucht es weniger Arbeitsplätze, dafür mehr Raum für Besprechungen, Versammlungen und Veranstaltungen.

Ebenso dürfen Orte für persönliche Begegnungen wie Cafeterias, Lounges und selbstverständlich auch Sanitärräume nicht fehlen. Entsprechend diesen Erfordernissen muss der Chef sein aktuelles Büro analysieren und umbauen. Unter Umständen schafft er damit nicht nur Neues, sondern spart noch jede Menge Geld.