In Deutschland handelt es sich aktuell bei der Delta-Variante des Corona-Virus um die Form des Virus, die am weitesten verbreitet ist. Somit wurde die Alpha-Variante von Delta in nur zehn Wochen verdrängt.

mRNA Impfstoff

@ Spencer Davis / Pixabay.com – Erstmalig werden mRNA-Impfstoffe für den Menschen verwendet

Dabei sind beide Varianten des Virus überaus besorgniserregend. Allerdings zeigt sich die Variante Delta als noch leichter zu übertragen und ansteckender als ihr Vorgänger Alpha. Darüber hinaus lässt sich die Delta-Variante durch die Impfung – stets abhängig von dem jeweiligen Impfstoff – schlechter kontrollieren.

Ob eine Corona-Infektion vorliegt, kann derzeit in zahlreichen Testzentren, wie etwa dem Testzentrum in Berlin, überprüft werden. Was bisher im Detail über die Delta-Variante bekannt ist, erklärt der folgende Beitrag.

Höheres Ansteckungsrisiko durch Delta-Variante

Die Delta-Variante wird durch die CDC, die amerikanische Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention, als wesentlich ansteckender eingeschätzt als sämtliche Virus-Versionen, die bisher bekannt waren. Daneben ist die Variante besser in der Lage, den Schutz durch die Impfung zu umgehen und somit durchaus auch schwere Krankheitsverläufe auszulösen. Diese Informationen sind in einem internen Dokument der Behörde zu finden.

Demnach soll von der Delta-Variante das gleiche Ansteckungsrisiko ausgehen, wie von Windpocken. Außerdem gilt sie als einfacher zu übertragen als Erkältungen, Pocken, Grippe, Ebola, SARS oder MERS. Es wird somit nicht ausgeschlossen, dass auch diejenigen, die bereits einen Impfschutz erhalten haben, das Virus ebenso wie vollständig ungeimpfte Personen weitergeben können.

Die CDC empfiehlt deswegen, weiterhin Masken zu tragen. Daneben sollten in Landesteilen, in denen die Ausbreitung des Virus besonders stark voranschreitet, auch geimpfte Menschen wieder von der Pflicht zur Bedeckung ihrer Nase und ihres Mundes betroffen sein.

Allerdings wird die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen das Corona-Virus durch diese Erkenntnisse nicht in Frage gestellt. Diese bieten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch bei der Delta-Variante einen umfangreichen Schutz vor lebensbedrohlichen oder schweren Krankheitsverläufen.

Erkenntnisse zu der Delta-Variante aus England

Die PHE, die englische Gesundheitsbehörde Public Health England, schätzte das Risiko, im eigenen Haushalt Angehörige anzustecken, bei der Variante Delta im Vergleich zu Alpha um rund 60 Prozent höher ein. Daneben sollen sich die Viren auch im Organismus stärker ausbreiten. Dies bedeutet, dass eine höhere Viruslast besteht.

Darüber hinaus besteht sowohl bei der Variante Alpha als auch bei der Variante Delta ein erhöhtes Risiko für eine Einlieferung ins Krankenhaus. Das RKI stellte bei dem Hospitalisierungsanteil in den Kalenderwochen 25 bis 28 jedoch keinen Unterschied zwischen den beiden Varianten fest. Schwere Verläufe galten bei der Delta-Variante bisher nur als leicht wahrscheinlicher.

Delta – Tödlichere Variante?

Es liegen aktuell nur sehr wenige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber vor, ob durch die Delta-Variante eine höhere Anzahl an Todesfällen hervorgerufen wird als von den vorherigen Virus-Versionen. Jedoch steht bereits heute fest, dass laut der PHE in Großbritannien bereits Menschen an der Delta-Variante verstorben sind, die geimpft waren.

21 Tage nach der ersten Impfung verstarben so zwischen Februar und Juni zehn Menschen an der Variante Delta. Zwei Wochen nach ihrer zweiten Impfung verstarben 26 weitere Personen. Bei diesen Todesfällen sind jedoch keine Informationen über Vorerkrankungen, das Alter der Verstorbenen oder den genutzten Impfstoff bekannt.

Demnach kann heute noch keine verlässlichere Aussage dazu getätigt werden, ob durch die Delta-Variante mehr Menschen sterben als durch die früheren Varianten des Corona-Virus.