Langsam wird es wieder einmal Zeit – Weihnachtsgeschenke müssen gekauft werden. Für viele Menschen bedeutet das Stress pur. Dabei ist es gar nicht so schwer, die richtigen guten Gaben zu finden. Fest steht: Die Deutschen sind mit durchschnittlich 281 Euro zu Weihnachten ziemlich spendabel. Das zeigte auch eine repräsentative Befragung der Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young).

Glühweinstand Berlin Zoo

© Unsplash/Roman Kraft – Glühweinstände gibt es dieses Jahr wohl kaum

Doch Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich – und das gilt auch bei Weihnachtsgeschenken. Denn eine liebevoll ausgesuchte Kleinigkeit kann ebenso Freude machen wie ein Präsent im Wert von mehreren tausend Euro.

Doch natürlich kann man auch beim Schenken Fehler machen. Zum Beispiel, in dem man sich primär vorstellt, wie überrascht und entzückt der Beschenkte beim Auspacken ist. Doch darauf kommt es gar nicht an, sondern vielmehr darauf, wie lange er etwas von dem Geschenk hat und wie häufig er es nutzt. Denn die teure Designervase mag auf den ersten Blick eine schöne Idee sein. Wenn sie aber nur im Schrank verstaubt, bleibt von eben dieser Idee nicht mehr viel übrig.

Genau deshalb sollte man vor dem Kauf der Weihnachtsgeschenke die Perspektive wechseln, indem man an denjenigen denkt, der beschenkt werden soll. Zum Beispiel an seine Hobbys und Leidenschaften, an seinen Einrichtungsstil oder die Technik, mit der er sich umgibt.

Wie wäre es mit einem Wunschzettel?

Wer sich nicht sicher ist, womit er seinem Gegenüber eine Freude machen kann: Wie wäre es denn, um einen Wunschzettel zu bitten? Der ist für Kinder ebenso sinnvoll wie für Erwachsene. Und man kann sicher sein, tatsächlich etwas zu verschenken, was der Andere haben möchte.

Praktische Geschenke – besser als ihr Ruf

Keine Frage: Nützliche Geschenke gelten oftmals als lieblose Verlegenheitslösung für alle, denen partout nichts Besseres eingefallen ist. Dabei sind praktische Geschenke besser als ihr Ruf – weil sie nämlich tatsächlich auch benutzt werden. Beispielsweise eine individuelle Hülle für das geliebte Smartphone kann für den Beschenkten eine tolle Idee sein, denn hier ist der praktische Nutzen garantiert. Richtig rund wird die Sache dann, wenn zum nützlichen auch noch ein emotionales Geschenk kommt.

Gutscheine verschenken

Eine echte Alternative für alle, die nicht so recht wissen, was sie schenken sollen, sind Gutscheine. Wer nicht genau weiß, worüber sich der Beschenkte freuen würde, kauft einen Gutschein für eine Shopping-Mall oder einen großen Internetanbieter. So hat der Beschenkte eine größere Auswahl. Vergangenes Jahr zählten Gutscheine sogar zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken.

Gemeinsame Zeit erleben

Vielfach bleibt im Alltag genau das auf der Strecke: gemeinsam Zeit verbringen. Sei es bei einem schönen Abendessen, bei einem Besuch eines Konzerts oder beispielsweise der Museen auf der Berliner Museumsinsel. Ein solches gemeinsames Event macht häufig mehr Freude als ein Geschenk zum Anfassen. Auch wenn es aufgrund der aktuellen Lage noch eine Zeitlang dauern kann, bis man dieses gemeinsame Erlebnis genießt, kann die Vorfreude darauf schon viel Freude auslösen.

Besonders wertvoll wird ein Geschenk übrigens durch eine zusätzliche Kleinigkeit, die gern auch selbstgemacht sein darf. Zum Beispiel einer schönen Karte oder ein paar Weihnachtskeksen in einem Tütchen. Denn das zeigt deutlich die Wertschätzung, die man dem Beschenkten gegenüber hat.

Typische Fehler beim Schenken

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Das gilt auch beim Schenken. So kann man beispielsweise die Laune unterm Weihnachtsbaum schlagartig verschlechtern, wenn man einer Person, die über ihre überflüssigen Pfunde klagt, ein Abo fürs Fitness-Studio schenkt. Missionarischer Eifer ist beim Schenken keine gute Idee. Das gilt auch für gar nicht oder lieblos eingepackte Geschenke. Schenken ist ein Ritual und jede Verpackung wertet eben dieses auf.

Fazit: Nicht immer ist es leicht, das richtige Geschenk zu finden. Darüber hat sich auch der Autor Moritz Freiherr von Knigge so seine Gedanken gemacht. Aber wenn man mit seiner guten Gabe einen Volltreffer gelandet hat, freut sich der Schenkende genauso wie der Beschenkte – es lohnt sich also, etwas Zeit und Mühe in das Ritual des Schenkens zu investieren.