Die Zukunft beginnt: Die Berliner Feuerwehr erweiterte ihren Fuhrpark um ein elektrisch betriebenes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (eLHF). Damit ist die hauptstädtische Brand- und Katastrophenwache Vorreiter in ganz Deutschland.

eLHF der Berliner Feuerwehr

© Berliner Feuerwehr – Das neue Elektro-Löschfahrzeug für Berlin (eLHF)

Das modernste Feuerwehrauto der Welt

Für Experten ist der Rosenbauer RT das modernste Feuerwehrauto der Welt. Damit ist nicht nur der Antrieb des roten Riesen gemeint. Das Fahrzeug ist unglaublich kompakt und wendig. Die dadurch erreichbare Manövrierfähigkeit übersteigt die Möglichkeiten seiner Konkurrenten. Ein weiterer Vorteil wird die für Elektroantriebe charakteristische Ruhe sein. Das Fahrzeug bewegt sich nicht nur leise und emissionslos durch den Straßenverkehr, im Einsatzfall können sämtliche Zusatzaggregate direkt von den Akkus gespeist werden, so dass der Lärm von Dieselkompressoren entfällt.

Der Innenraum des eLHF wurde komplett überarbeitet. Das Bedienungskonzept ist intuitiv, modern und digital gestaltet. Die Bordelektronik unterstützt den Fahrer in jeder Hinsicht.
Außenspiegel sucht man vergeblich. Dafür gibt es Kameras, die den Blick nach hinten erweitern, fast keinen toten Winkel entstehen lassen.

Den Mannschaftsraum erreicht man nicht mehr, indem geklettert werden muss, die neue Konstruktion erlaubt einen Einstieg in 260 mm Höhe von der Straße. Die Unterteilung zwischen Fahrerhaus und Mannschaftskabine entfällt. Der Fahrersitz ist drehbar, damit wird der Raum zur Kommandozentrale. Der Vorteil liegt in einer besseren Konferenz- und Kommunikationsmöglichkeit.

Die Akkus des Fahrzeugs lassen sich innerhalb kürzester Zeit aufladen. Schnellladestationen mit einer Ladeleistung von 100 KW übernehmen diese Aufgabe.

Sollte im Katastrophenfall der Strom ausfallen, die Akkus nicht mehr aufladbar sein, kann das Fahrzeug mit Diesel betrieben werden. Der Grund liegt auf der Hand: Ein Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug sollte in jeder Situation zur Verfügung stehen können.

Das Projekt eLHF

Das Projekt eLHF ist auf vier Jahre angelegt. Seit 2018 wird an der Lösung für ein umweltfreundliches Fahrzeug, mit dem Ziel Ruß- und Stickstoffemissionen im Stadtbereich zu senken, gearbeitet. Jetzt wird eine Erprobungsphase eingeleitet. Drei verschiedene Feuerwachen werden das neue eLHF im kommenden Jahr ausgiebig testen.

Die Finanzierung und Förderung des aktuellen Projektes obliegt dem Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung (BENE 1213-B4-N) und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Die Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro teilen sich wie folgt auf: 50 Prozent kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 40 Prozent trägt das Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung, die restlichen zehn Prozent investiert die Berliner Feuerwehr.

Drei Fahrzeuge weltweit

Weltweit werden in den kommenden Monaten drei eLHF der Marke Rosenbauer RT getestet. Neben der Berliner Feuerwehr wird die Brandweer Amsterdam (NL) und die Civil Defence Dubai (VAE) elektrisch betriebene Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge im Einsatz haben.