Die Zahl der Fluggäste ist im Sommer 2019 stark gestiegen. Insgesamt 5.358.626 Passagiere sind in den Sommerferien von und nach Berlin geflogen – 20,3 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahreszeitraum. In Tegel starteten dabei 80 % der Passagiere im Vergleich zu Schönefeld. Und das obwohl Tegel als relativ kleiner Flughafen gilt.

Flughafen Tegel

© Pixabay – Flughafen Berlin Tegel „Otto Lilienthal“

In der ersten Jahreshälfte von 2019 haben die Berliner Flughäfen insgesamt 9,9 Prozent mehr Passagiere abgefertigt als im Vorjahreszeitraum. In dieser Zeit sind insgesamt 25.684 Flugzeuge von beiden Flughäfen gestartet und gelandet. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 5,1 Prozent weniger Flugzeuge. In Tegel gab es dabei exakt 17.038 Starts und Landungen (0,5 Prozent weniger) und in Schönefeld 8.646 Starts und Landungen (12,9 Prozent weniger). Man kann also festhalten – es war in den Ferien viel los an den Berliner Flughäfen.

Übrigens: Die beliebtesten Reiseziele außerhalb Deutschlands waren in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 Spanien (2.183.929 Passagiere), das Vereinigte Königreich (1.712.173 Passagiere) und Italien (1.536.489 Passagiere).

Die chaotische Bilanz in Tegel

Wie die BZ berichtet, versank der Flughafen Tegel dabei im Chaos. Zu den größten Problemen gehören: Das Fehlen von Gepäck, Flugverspätungen, nicht vorhandene Rolltreppen und lange Warteschlangen bei der Sicherheitskontrolle. Der zentrale Hauptstadtflughafen in Tegel (Kürzel: TXL) versinkt seit Jahren im Chaos und ist für diese Passagierzahlen einfach nicht gemacht. Und dennoch schaffen es die Mitarbeiter des Flughafens immer wieder mit Improvisationsvermögen das beste aus der Situation mit dem Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) herauszuholen.

Aber: Nicht alle Umstände müssen Fluggäste erdulden. Die EU-Fluggastverordnung regelt dabei ziemlich genau welche Rechte Passagiere bei Verspätungen, Annullierungen oder Nichtbeförderung besitzen. Dabei gibt es bis zu 600 Euro pro Person wieder. Unternehmen wie AirHelp können dabei helfen die Ansprüche durchzusetzen, wenn der Flug gestrichen wird oder sich um Stunden verspätet.

Die Gründe für die chaotischen Zustände

Die Infrastruktur in Tegel ist veraltet. Der neue Hauptstadtflughafen BER sollte eigentlich 2011 eröffnen und ist bis heute noch nicht fertiggestellt. Dabei wurde bereits seit damals kaum etwas in den Flughafen Tegel investiert. Es gab lediglich Geld für das nötigste, wie zum Beispiel für Toiletten. Ein Beispiel für das Spardiktat: Das Zusatzterminal C besteht lediglich aus gemieteten Großzelten.

Ein weiteres Problem von Tegel: die Größe. Der Flughafen ist viel zu klein und eng für die vielen Menschenmengen. Wenn es zu Flugverspätungen kommt, stauen sich die Passagiere im Inneren des markanten Sechsecks. Trotzdem versuchen sowohl der Flughafen Tegel als auch Schönefeld weiterhin die wachsende Zahl von Passagieren auch zukünftig zu bewältigen. Alle beteiligten hoffen wohl auf eine baldige Öffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER.