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Meteorit aus dem Havelland künftig im Naturkundemuseum

Im Havelland, unweit von Berlin, sorgte ein astronomisches Ereignis für Aufsehen: Der Asteroid 2024 BX1, der in der Nacht zum 21. Januar 2024 am Himmel über dieser Region verglühte, hinterließ Spuren, die nicht nur für Hobbyastronomen, sondern auch für die Wissenschaft von besonderem Interesse sind. Das Berliner Naturkundemuseum gab bekannt, dass es sich bei den gefundenen Bruchstücken um seltene, sogenannte Aubriten handelt.

Meteoritenfund im Havelland bei Berlin

© Naturkundemuseum / Foto: Laura Kranich

Der Asteroid, dessen Ende als leuchtender Feuerball am Himmel weit sichtbar war, wurde von der US-Raumfahrtagentur NASA im Voraus angekündigt und zog zahlreiche Wissenschaftler und Sammler in das Havelland, westlich von Berlin. Die Funde dieser außerirdischen Besucher sind für das Naturkundemuseum Berlin von großer Bedeutung. Über 20 Proben aus dem Streufeld des verglühten Asteroiden wurden untersucht und bestätigten die Seltenheit des Materials: Aubrite, benannt nach einem Fund im Jahr 1836 bei Aubres in Frankreich, sind bekannt für ihre granitähnliche Erscheinung und den geringen Eisengehalt, was sie im Gelände schwer erkennbar macht.

Aubrite sind sehr selten

Diese Entdeckung ist nicht nur wegen der Seltenheit der Aubrite bemerkenswert. Ansgar Greshake, der wissenschaftliche Leiter der Meteoritensammlung des Museums, teilte dem RBB mit, dass weltweit Material von nur elf Aubrit-Fällen in Sammlungen vorhanden sind. Einige dieser Bruchstücke sollen nun in der Ausstellung des Naturkundemuseums präsentiert werden, um Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit zu geben, einen direkten Blick auf diese seltenen Aubrite zu werfen.

Die Sammlung dieser Proben war das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen eines Forschungsteams, bestehend aus Mitgliedern des Naturkundemuseums, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und dem SETI Institute aus den USA. Die Funde wurden der internationalen Nomenklaturkommission der Meteoritical Society zur Prüfung vorgelegt.

Zentrale Rolle des Naturkundemuseums

Die Entdeckung der Aubrite im Havelland ist ein seltenes Ereignis, das nicht nur das Wissen über Meteorite erweitert, sondern auch die enge Verbindung zwischen Berlin und der Erforschung des Universums hervorhebt. Das Naturkundemuseum Berlin spielt dabei eine zentrale Rolle, indem es diese außergewöhnlichen Funde für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Abteilung „Sonnensystem, Impakte und Meteoriten“ des Museums nutzt diese kosmischen Überbleibsel, um fundamentale Fragen zur Akkretion und Planetenbildung im frühen Sonnensystem zu erforschen. Dazu gehören auch Untersuchungen darüber, wie unser Sonnensystem seine heutige Struktur erlangte und ob der kosmische Transfer organischen Materials möglicherweise die Basis für die Entstehung des Lebens auf der Erde gelegt hat.

Mit einer beeindruckenden Sammlung von rund 12.000 Exemplaren, die etwa 6.500 verschiedene Meteoriten umfasst, trägt das Museum für Naturkunde Berlin wesentlich zum globalen Verständnis der Prozesse bei.

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