Berlin bleibt eine wachsende Stadt. Etwa 40.000 Zuzüge im Jahr verzeichnet Deutschlands Hauptstadt. Dass der Wohnraum in Berlin knapp und meist nicht billig ist, ist in der gesamten Bundesrepublik bekannt. Jetzt versucht die Stadt ein wenig einzulenken, berichtet der Tagesspiegel: Die Genehmigungen für Neubauten steigen an.

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Bezahlbarer Wohnraum weiterhin problematisch

Da vor allem junges Publikum von Deutschlands pulsierender Hauptstadt stark angezogen wird, ist günstiger Wohnraum besonders stark nachgefragt. Von den geplanten Neubauten ist allerdings ein Großteil als Wohneigentum vorgesehen, geplante Mietwohnungen halten sich im oberen Drittel des Preissegments auf dem Berliner Wohnungsmarkt auf: Man spricht von 10 € pro Quadratmeter und mehr.

Vor allem die Stadtbezirke Friedrichshain-Kreuzberg sowie Pankow sollen in den kommenden Jahren mit Neubauten beglückt werden. Gerade hier weiß man um das zuziehende Publikum, das vorrangig aus jungen Familien besteht. Die hohen Mietpreise setzen sich vor allem aus den gestiegenen Bau- und Grundstückskosten in Berlin, aber auch aus steigenden Energiekosten zusammen.

Mietpreisbremse keine dauerhafte Lösung

Verschiedene stadtpolitische Maßnahmen sind derzeit in der Diskussion, um den ständig steigenden Mieten in Berlin entgegenzuwirken. Einerseits ist die Stadt stolz auf ihre zahlreichen Zuzüge, ihr multikulturelles Ansehen und ihre junge und lebendige Kulturszene – andererseits sind die ansteigenden Mieten wegen unterschiedlicher Faktoren beinahe ein Fass ohne Boden. Erst vor kurzem wurde für die Hauptstadt eine staatliche „Mietpreisbremse“ diskutiert.

Kritiker sehen in dieser Maßnahme allerdings einen kontraproduktiven Prozess. Ein Riegel vor den steigenden Mieten würde den Aus- und Neubau von Wohnungen reduzieren, da sich zahlreiche Baumaßnahmen für die Unternehmer nicht mehr rechnen würden. Die einzige Hoffnung für bezahlbaren Wohnraum in Berlin bleibt wohl das Hoffen auf ein steigendes Angebot, dass durch eine gesunde Nachfrage im Preis reguliert wird.