In der Hauptstadt soll nach dem Willen des Senats das Parken in der Innenstadt stärker reglementiert werden – Vorbild ist die bayerische Landeshauptstadt. Bereits im Februar werden 380 weitere Parkautomaten installiert. Chef-Verkehrsplaner Friedemann Kunst hält es sogar für vorstellbar, alle Gebiete innerhalb des S-Bahn-Rings zur Parkzone zu deklarieren.

Berlin Innenstadt

Widerstand aus der Bevölkerung

Bis Ende 2013 soll ein „Masterplan Parken“ vorliegen. Aktuell gibt es in der Innenstadt 80.000 gebührenpflichtige Parkplätze. Es liegt in der Hand der Bezirke, Parkzonen einzurichten. Derzeit sind die meisten in Berlin-Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und in Pankow zu verzeichnen. Vermutlich rechnen die anderen Bezirke mit Protesten seitens der Bürger gegen Parkzonen, glaubt Friedemann Kunst. Neukölln beispielsweise erkennt keinen Bedarf für eine Parkzone. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gab es im Jahr 2007 ein erfolgreiches Bürgerbegehren gegen größere Parkzonen. In Berlin-Mitte war im Jahr darauf ein Bürgerbegehren gegen Parkzonen lediglich deshalb erfolglos, weil die Beteiligung nicht ausreichte.

Mehr Akzeptanz erreichen

In München dagegen gibt es 100.000 kostenpflichtige Parkplätze in der Innenstadt, ein Viertel mehr als in der viel größeren Bundeshauptstadt. Bürgerproteste hat es deshalb nie gegeben. Der Berliner Verkehrsplaner Kunst will diese Akzeptanz in Berlin ebenfalls erzielen. Einflussreiche Kritiker der Parkzonen wie ADAC und IHK werden jetzt in die Gespräche mit den Bezirken eingebunden. Der ADAC verlangt eine Übersicht über die P&R-Parkangebote an den Zufahrtsstraßen nach Berlin. Die IHK mahnt an, Car-Sharing-Standplätze und Elektrotankstellen zu berücksichtigen.

Im Endeffekt weniger Verkehr?

Friedemann Kunst sieht in Parkzonen im Zentrum nur Positives. Gebührenpflichtige Plätze schrecken einen erheblichen Teil der Autofahrer ab, meint er. Teurer werden soll das Parken in Berlin jedoch nicht.