In den vergangenen Jahren hat es sich bereits abgezeichnet, nun wird es immer deutlicher: Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper, das Wohnen entwickelt sich zu einem Luxus, der den größten Teil des Einkommens beansprucht. Erst führten schrumpfende Kinderzahlen zum Leerstand und viele Gebäude wurden abgerissen oder luxussaniert. Nun sorgen die steigenden Zahlen bei den Singlehaushalten für Probleme. Wohnraum ist ein knappes Gut geworden.

Berlin Hansaviertel

© free-fotos-berlin.de – Wohnungen im Hansaviertel

In den Ballungszentren ist die Not groß

Besonders in den Ballungsräumen ist es fast unmöglich, eine gute und bezahlbare Wohnung zu finden. Singles stehen ebenso vor diesem Problem wie junge Familien. Bei den bestehenden Verträgen steigen die Mieten zwar nur moderat an, bei den Neuvermietungen sieht es aber anders aus. Hier steigen die Mieten im Bundesdurchschnitt um fast 3 %, in den Großstädten ist der Markt umkämpfter. So beträgt die Teuerung bei einer Neuvermietung in Düsseldorf zurzeit zwischen 7 und 9 %. Damit kämpfen potenzielle Neumieter nicht nur mit vielen Mitbewerbern um die wenigen freien Wohnungen. Sie müssen auch sehr genau rechnen, ob sie sich überhaupt eine Wohnung leisten können.

Kurzfristig ist keine Entspannung in Sicht

Die Wohnungsknappheit ist ein ständiger Preistreiber. Mittlerweile denkt die Politik bereits über den Umbau von leer stehenden Kasernen in Studentenwohnheime nach, denn besonders die finanzschwachen Studenten finden keinen Wohnraum in den Universitätsstädten. Der kommende, doppelte Abiturjahrgang wird dieses Problem noch verschärfen. Nachdem in den letzten Jahren viele Sozialwohnungen aus der Förderung gefallen und teuer saniert worden sind und der soziale Wohnungsbau lange unbeachtet blieb, steuert die Politik erst jetzt gegen. Der Neubau von Wohnraum nimmt seit diesem Jahr deutlich zu. Das wird aber erst mittelfristig zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt führen. Immer mehr Deutsche kümmern sich daher selbst und erwerben Eigentum. In einem bisher traditionellen Mieterland steigt die Eigentumsquote stetig.